Wer auf Amazon verkaufen möchte und zu diesem Zweck bereits einen Seller Central Account angelegt hat, sollte im nächsten Schritt erste Produkte einstellen. Hierbei gibt es zwei mögliche Szenarien: Entweder, das Produkt wird bereits von anderen Händlern verkauft und ist daher bereits auf Amazon gelistet oder es muss neu angelegt werden, da du der erste Händler bist, der es auf Amazon verkaufen möchte. Im ersten Fall ist die Produktdetailseite bereits vorhanden und du musst lediglich dein persönliches Angebot zu diesem Artikel einpflegen. Im zweiten Fall muss sowohl das Angebot als auch die Produktdetailseite erstellt werden. Dieser Beitrag zeigt dir mithilfe einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie beide Varianten funktionieren und worauf du beim Hinzufügen deines Angebots oder Produkts achten solltest, um deine Produkte erfolgreich auf Amazon zu verkaufen.

Vor der Erstellung

Welche Informationen sind wichtig?

Das Einstellen der Angebote bedarf einer gewissen Vorbereitung, insbesondere wenn die Produkte neu angelegt werden. Zum einen benötigst du für dein Produkt eine eindeutige Identifikationsnummer, wie UPC oder EAN. Dies ist die Nummer, die man bei Artikeln unter dem Barcode findet. Verkaufst du ein Produkt eines anderen Herstellers, besitzt dieses Produkt bereits eine Identifikationsnummer, die du vor dem Einstellen des Artikels in Erfahrung bringen musst. Bist du der Hersteller der Produkte, muss, falls dies noch nicht geschehen ist, zunächst eine solche Nummer angefordert werden. Zum anderen ist es wichtig, bereits mindestens ein aussagekräftiges, hochauflösendes Bild von dem Artikel parat zu haben. Noch besser sind selbstverständlich gleich mehrere Bilder, Amazon empfiehlt mindestens drei. Genauere Informationen zu den Anforderungen findest du unter dem Abschnitt „Bilder“.

Das waren im Grunde die zwei Aspekte, bei denen die vorherige Vorbereitung unumgänglich ist. Um dir Stress bei der Erstellung der Angebote zu ersparen, solltest du dir jedoch vorher auch bereits Gedanken zu Aspekten wie Bullet Points, Produktbeschreibung und Preisgestaltung machen.

Wo kriegt man eine EAN-Nummer her?

Klickt man sich durch diverse Online-Foren, stößt man auf einige Probleme bei der Beschaffung der Identifikationsnummern. Gerade die Suche nach bestehenden EAN-Codes kann sich schwierig gestalten. Im besten Fall besitzt das Produkt einen Barcode unter dem die Nummer zu finden ist. Bei Produkten, deren EAN aus irgendeinem Grund nicht auf dem Artikel selbst zu finden ist, muss diese ausfindig gemacht werden. Zum einen gibt es Suchmaschinen, die zahlreiche Produkte und deren EAN-Nummern auflisten, jedoch ist bei der Menge an unterschiedlichen Produkten auf dem Markt die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass das gesuchte Produkt sich darunter befindet. Die einfachste Möglichkeit besteht in diesem Fall darin, den Code gleich beim Hersteller anzufragen.

Für ein neues, eigenes Produkt muss zunächst eine EAN erworben werden. Die Anlaufstelle für die Vergabe von EAN-Nummern ist die GS1. Es gibt viele weitere Anbieter, die die entsprechenden Codes günstiger zur Verfügung stellen, jedoch ist Vorsicht geboten, denn nur die GS1 darf offiziell EAN-Nummern vergeben. Amazon selbst schreibt auf den Hilfeseiten, dass die EAN-Nummern mit der GS1-Datenbank abgeglichen und Produkte, die mit EAN-Nummern von Drittanbietern gekennzeichnet wurden, als ungültig deklariert werden können. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte seine EAN-Codes daher direkt bei der GS1 erwerben. Beim Erwerb der EAN-Nummern sollte bedacht werden, dass Varianten eines Produktes (beispielsweise verschiedene Farben und Größen) jeweils eine eigene EAN benötigen.

Markeninhaber können sich übrigens beim Amazon-Markenregistrierungsprogramm anmelden und anstelle der EANs GCIDs (Globale Katalog-IDs) erhalten. Für Produkte, für die kein gültiger EAN-Code besteht, kann bei Amazon auch die Befreiung von der EAN-Pflicht beantragt werden.

Angebot für bestehendes Produkt erstellen

Wenn du ein Produkt anlegst, musst du zunächst überprüfen, ob dieses auf dem Amazon-Marktplatz bereits von anderen Anbietern verkauft wird. Ist dies der Fall, muss keine neue Produktdetailseite angelegt werden, sondern lediglich dein Angebot hinzugefügt werden.

Um dies zu tun, loggst du dich in der Seller Central ein und wählst unter „Lagerbestand“ „Produkt hinzufügen“ aus. In das erscheinende Suchfeld kannst du nun nach dem Produktnamen oder einer Identifikationsnummer, wie der EAN oder ASIN, suchen. Anschließend wird das entsprechende Produkt ausgewählt und die Informationen können eingefügt werden. Da die Informationen zum Artikel bereits bestehen, muss nur das Angebot erstellt werden. Hierzu gehören u.a. die Angabe der Bearbeitungszeit, die benötigt wird, bis der Artikel versandt werden kann, das Datum, zu dem der Verkauf beginnen soll, die vorhandene Menge, die Versandart (eigener Versand oder Versand durch Amazon (FBA)), der Zustand des Artikels sowie der Preis und ggf. der Angebotspreis. Nach dem Speichern der Änderungen wird dein Angebot ab dem von dir eingegeben Verkaufsstart angezeigt werden.

Neues Produkt hinzufügen

Nachdem du dich in der Seller Central eingeloggt hast und unter „Lagerbestand“, „Produkt hinzufügen“ überprüft hast, ob das Produkt bereits auf dem Amazon-Marktplatz angeboten wird, kannst du auf „Eigenes Produkt erstellen“ klicken und eine neue Produktdetailseite für den Artikel erstellen. Zunächst musst du die Kategorie auswählen, bzw. den Pfad angeben, unter dem das Produkt später zu finden sein soll. Nachdem du die Kategorie gewählt hast, gelangst du in die Bearbeitungsmaske.

Wichtige Informationen

Zunächst müssen unter „Wichtige Informationen“ die Hauptmerkmale des Artikels angegeben werden. Dazu zählen u.a. Aspekte wie Titel des Produktes, Marke, Hersteller, Farbe, noch einmal der genaue Suchpfad zum Produkt sowie die EAN oder UPC.

Varianten

Falls vorhanden, können unter „Varianten“ verschiedene Ausführungen des Produktes angelegt werden. Beispiele dafür sind verschiedene Farben, Größen oder eine Kombination aus beiden. Zunächst muss die Themen-ID ausgewählt werden, d.h. um welche Art(en) von Variante(n) es sich handelt (beispielsweise Farbe). Wichtig zu beachten ist, dass falls Varianten geplant, aber zur Zeit noch nicht verfügbar sind, diese trotzdem bereits angelegt werden sollten, da sie nicht nachträglich hinzugefügt werden können.

Wenn du beispielsweise ein T-Shirt in der Farbe blau und der Größe L verkaufst und denkst, dass du es in Zukunft auch in anderen Farben und Größen anbieten wirst, wähle zunächst die Themen-ID Farbe und Größe aus und lege die Variante Blau und die Variante L an. Auf diese Weise kannst du die Varianten später um weitere Farben und Größen ergänzen, ohne dass du das Produkt löschen und neu anlegen musst. Im schlimmsten Fall gehen dir sonst wertvolle Produktrezensionen und die erlangte Sichtbarkeit deines Produktes verloren und du musst von neu beginnen.

Hast du die Varianten ausgewählt klickst du auf „Varianten hinzufügen“. Nun entsteht eine Tabelle mit allen Varianten und ggf. Variantenkombinationen. In diesem Fall werden einige Informationen zu deinem Angebot bereits dort abgefragt. So musst du die SKU (eine eindeutige Bezeichnung für jedes Produkt), die EAN oder UPC, den Zustand, ggf. Anmerkungen zum Zustand, den Preis sowie ggf. den Angebotspreis und die vorhandene Menge jeweils für alle Varianten eingeben.

Angebot

Falls Varianten angelegt wurden, wurden einige Angebots-Informationen bereits eingegeben, ansonsten werden diese spätestens unter „Angebot“ abgefragt. Zu den Informationen gehört u.a. die SKU (die eindeutige Bezeichnung des Produktes), der Zustand, der Preis sowie ggf. der Angebotspreis, die benötigte Bearbeitungszeit, das Datum des Verkaufsstarts und die Auswahl, ob selbst versandt oder der Versand durch Amazon (FBA) genutzt wird.

Angebotspreis

Amazon bietet die Möglichkeit, neben dem eigentlichen Verkaufspreis einen zeitlich begrenzten Angebotspreis sowie seinen Gültigkeitszeitraum einzugeben. Potenziellen Kunden werden dann beide Preise angezeigt und die Information, wie viel Geld sie mit dem Angebot sparen. Viele Anbieter nutzen diesen „Trick“, um mehr Verkäufe zu generieren. Falls du dich dazu entscheidest, einen Angebotspreis einzustellen, solltest du jedoch beachten, dass die Provision an Amazon nach dem Verkaufspreis berechnet wird, nicht nach dem Angebotspreis. Daher sollte keine zu hohe Differenz zwischen Verkaufspreis und Angebotspreis gewählt oder der Verkaufspreis unangemessen hoch angesetzt werden.

Bilder

Als nächstes sollte mindestens ein Bild hinzugefügt werden, auf dem das Produkt gut erkennbar ist. Amazon stellt unter dem Reiter „Bilder“ einige Anforderungen an das Hauptbild.  Beispielsweise darf dieses nur das Produkt zeigen, keinen zusätzlichen Text oder eine Abbildung des Produktes in Aktion. Entsprechende Bilder können jedoch zusätzlich hinzugefügt werden. Das Produkt soll außerdem 85% des Bildausschnittes einnehmen und muss an der längsten Seite mindestens 1000 Pixel besitzen, damit die Zoomfunktion gegeben ist. Das bevorzugte Bilddateiformat ist JPEG.

Beschreibung

Unter „Beschreibung“ solltest du deinem Produkt aussagekräftige Bullet Points sowie eine ausführliche und informierende Produktbeschreibung hinzufügen. Gerade die Produktbeschreibung wird häufig sehr kurzgehalten oder ganz weggelassen. Möchte man sich an den Styleguides orientieren, sollten die Bullet Points knapp die wichtigsten Aspekte zusammenfassen, während die Produktbeschreibung bis zu 2000 Bytes einnehmen kann. Worauf du bei der Optimierung achten solltest, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Suchbegriffe

In diesem Bereich hast du die Möglichkeit, unter „allgemeine Schlüsselwörter“ deine Backend-Keywords einzufügen. Dies sind die Keywords, die du auf der Produktdetailseite vielleicht (thematisch) nicht untergekriegt hast oder die du dort nicht sichtbar stehen haben möchtest. Empfindest du dein Produkt jedoch trotzdem als relevant für diese Suchbegriffe, kannst du sie an der Stelle einfügen. Du kannst die einzelnen Keywords einfach ohne Trennzeichen hintereinanderschreiben, achte jedoch darauf, dass du insgesamt eine Länge von 250 Bytes nicht überschreitest.

Details

Schlussendlich kannst du noch bestimmte Details zu deinem Produkt hinzufügen, wie beispielsweise die Produktmaße, die Paketmaße oder Batterie-Informationen. Nicht alles, was dort gelistet ist, wird für dein Produkt relevant sein.

Arbeit mit Lagerbestandsdateivorlage

Das manuelle Einpflegen eignet sich gut für eine überschaubare Menge an Produkten und funktioniert mit etwas Übung immer schneller und effizienter. Wer jedoch ein sehr großes Produktsortiment anbieten möchte, wird mit dem manuellen Eintragen viel Arbeit haben. In solchen Fällen kann sich die Arbeit mit einer Lagerbestandsdateivorlage anbieten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Datei offline vorbereitet werden kann. Entsprechende Dateien sind jedoch den professionellen Verkäuferkonten vorbehalten. Die Dateivorlage ist im CSV-Format hinterlegt und kann mit einem Tabellenkalkulationsprogramm, wie Microsoft Excel, geöffnet werden. Mithilfe einer solchen Lagerbestandsdateivorlage muss nicht jeder Artikel einzeln eingepflegt werden, da sie die Bearbeitung mehrerer Produkte einer Kategorie erlaubt.

Um eine Lagerbestandsdateivorlage zu nutzen, wählt man in der Seller Central unter „Lagerbestand“ „Mehrere Artikel hochladen“ und „Lagerbestandsdatei herunterladen“ aus. Es erscheint eine Liste mit kategoriespezifischen Dateivorlagen. Diese können nun heruntergeladen und bearbeitet werden. Das erste Tabellenblatt informiert genauer über die richtige Verwendung der Vorlage, während das zweite ein Beispiel bereitstellt. Das Tabellenblatt „Vorlage“ ist die eigentliche Datei zur Bearbeitung.

Hinweise und Tipps

Zum Schluss folgen ein paar generelle Hinweise und Tipps zum Thema Produkte auf Amazon hochladen.

  • Styleguides beachten: Wer sichergehen möchte, dass er alles richtig macht, kann einen Blick in die kategoriespezifischen Styleguides werden. Häufig unterscheiden sich Aspekte, wie beispielsweise die zugelassene Länge des Titels, je nach Kategorie. Die Styleguides geben aber auch Hilfestellung zur Optimierung der Inhalte
  • Bytes vs. Zeichen: Achte bei längenbeschränkten Texten darauf, die Bytes zu zählen und nicht die Zeichen. Ein ß ist beispielsweise ein Zeichen, zählt jedoch als zwei Bytes
  • Optionale Felder füllen: Wenn dir der Erfolg deiner Produkte wichtig ist, solltest du möglichst alle Felder beim Erstellen füllen, auch die optionalen. Gerade wenn es viele Konkurrenzprodukte auf dem Marktplatz gibt, kann dir das einen entscheidenden Vorteil bringen. Je mehr die Kunden über dein Produkt wissen, desto sicherer werden sie bei ihrer Kaufentscheidung. Gleichzeitig beugt dies Überraschungen beim Auspacken vor, so dass weniger Retouren und schlechte Bewertungen anfallen
  • Varianten anlegen: Wie bereits erwähnt, sollten Varianten im Vorfeld angelegt werden, wenn diese für die Zukunft geplant sind. Wird ein Produkt beispielsweise bisher nur in einer Farbe angeboten, für die Zukunft sind jedoch weitere geplant, sollte die eine Farbe bereits als Variante angelegt werden, damit später weitere Farben ergänzt werden können
  • Ansprechende Inhalte: Das Produktbild und der Titel sind das erste, was potenziellen Kunden ins Auge fällt, daher sollten diese ansprechend wirken. Wer im Titel einfach relevante Keywords hintereinander auflistet, wird zwar vermutlich für einige Suchanfragen gerankt, von den Kunden jedoch nicht als vertrauenswürdig oder ansprechend eingestuft
  • Amazon SEO: Für den Erfolg der eigenen Produkte lohnt es sich, sich mit dem Thema Amazon SEO auseinanderzusetzen. Wer weiß, wie man relevante Keywords ermittelt und diese optimal in Titel, Bullet Points und Produktbeschreibung unterbringt, hat bereits einen großen Vorteil gegenüber seinen Wettbewerbern. Hilfestellungen dazu findest du u.a. hier und hier

Fazit

Dieser Beitrag hat aufgezeigt, dass das Hochladen von Angeboten und Produkten auf Amazon nicht schwer ist. Amazon leitet Verkäufer relativ übersichtlich durch den Prozess und schon mit den nötigsten Angaben kann der Verkauf gestartet werden. Es sollte jedoch auch deutlich geworden sein, dass es sich lohnt, etwas mehr Zeit zu investieren, um dem Kunden alle relevanten Informationen zu liefern, die er für seine Kaufentscheidung braucht. Denn nur auf diese Weise kann sich das Produkt von der Konkurrenz abheben. Dies gilt sowohl inhaltlich, als auch auf das Ranking bezogen. Wer sich mit Amazon SEO beschäftigt und sich an die entsprechenden Styleguides hält, kann auf den Suchergebnisseiten ein deutlich besseres Ranking erzielen.

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