Der Erfolg von Facebook Kampagnen hängt größtenteils von der Auswahl der richtigen Zielgruppe sowie der Erstellung einer passenden Anzeige ab. Zielgruppenermittlung und Anzeigenerstellung kann doch nicht so schwer sein, oder? Doch! Je nachdem, welche Zielgruppe du ansprechen möchtest, kann es einfacher oder schwieriger sein, diese anzusprechen.

In diesem Beitrag möchte ich daher einige Ideen zur Ermittlung Deiner Facebook-Zielgruppe vorstellen. Im ersten Abschnitt werde ich die unterschiedlichen Targeting-Optionen vorstellen und wie du diese anwenden kannst. Im zweiten Absatz werde ich für drei unterschiedliche Unternehmen exemplarisch mein Vorgehen bei der Facebook Zielgruppen-Ermittlung darstellen.

Facebook-Zielgruppe: Welche Targeting-Optionen gibt es?

Zuerst erläutere ich die unterschiedlichen Zielgruppen-Definitionen, welche wir bei der Schaltung von Facebook-Kampagnen verwenden:

  • Core-Audience
  • Custom-Audience
  • Lookalike Audience

Was ist eine Facebook-Core-Audience?

Die Facebook Core-Audience spiegelt die Kernzielgruppe deines Unternehmens wieder und sollte daher ein Spiegelbild deiner Persona sein. Dabei kannst du selbstverständlich über unterschiedliche Personas verfügen, welche in unterschiedliche Core-Audiences aufgeteilt werden können. Die Größe der Core-Audience ist abhängig vom Spezifizierungsgrad, welchen du für deine Facebook-Kampagne ansetzt. Je spezifischer deine Core-Audience, desto kleiner fällt deine Zielgruppe selbstverständlich aus.

Du kannst deine Core-Audience bei Facebook über folgende Optionen verfeinern:

  • Interessen: Welche Interessen und Hobbys hat deine Zielgruppe?
  • Demografische Merkmale: Alter, Geschlecht, Beruf, Bildungsgrad, Beziehungsstatus und weitere Informationen stehen dir hier bereit.
  • Standort: Möchtest du Personen in bestimmten Städten erreichen? Dann kannst du dies über das Standort-Targeting machen.
  • Verhalten: Du möchtest ausschließlich Personen ansprechen, die ein ganz besonderes Endgerät nutzen? Mit dem Verhaltens-Targeting kein Problem!
  • Verbindungen: Mit Verbindungen meint Facebook, Personen, die u.a. bereits deiner Fanpage folgen etc.)

Der Vorteil der Nutzung von Core-Audiences liegt auf der Hand. In wenigen Schritten kannst Du Deine Zielgruppe haargenau ansprechen und so Streuverluste bei der Schaltung von Facebook-Kampagnen erreichen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du im Vergleich zu Custom- und Lookalike-Audience keine bereits bestehenden Datenpunkte generiert haben musst.

Custom-Audience:

Mit Facebook-Custom Audience bezeichnen wir Personen, die bereits mit unserem Unternehmen in Kontakt waren. Dabei gibt es unterschiedliche Kontaktpunkte, die ich nun kurz ansprechen möchte:

  • Website-Custom-Audience: Beinhaltet Personen, die deine Website besucht haben.
  • App-Custom-Audience: Beinhaltet Personen, die mit deiner App interagiert haben
  • Kundenlisten: Personen, die Bestandteil einer Kundenliste sind. Diese Kundenlisten können bei Facebook hochgeladen werden, um dieselben Personen auf Facebook erneut anzusprechen.
  • Offline Aktivitäten: Du sammelst Kundendaten von Personen, die Dein stationäres Geschäft besuchen? Auch diese Personen können in eine Custom-Audience umgewandelt werden.
  • Facebook-Interaktionen: Ebenfalls können Personen zu einer Custom-Audience zusammengeführt werden, die mit deinen Inhalten auf Facebook & Instagram interagiert haben.

Für jeden Facebook-Werbetreibenden ist es von entscheidender Bedeutung eine große Custom-Audience aufzubauen, da insbesondere Kampagnen, die eine Custom-Audience ansprechen, sehr gute Return-On-Adervisisting-Spend-Quote aufweisen.

Es kommt kaum vor, dass Personen bei einem Unternehmen ein Produkt erwerben, welches sie nicht kennen. In der Regel benötigt jeder Kauf mehrere Kontaktpunkte, bis die gewünschte Conversion stattfindet. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Custom-Audience so entscheidend.

Lookalike-Audience:

Kommen wir nun zu den Lookalike-Audiences. Eine Lookalike-Audience ist eine statistische Zwillingszielgruppe einer bereits bestehenden Custom-Audience. Auf Basis einer Custom-Audience werden durch die Erstellung einer Lookalike Audience ähnliche Personen angesprochen, wie die Personen aus der Custom-Audience. Facebook ermittelt diese Zwillingszielgruppen anhand zahlreicher Parameter. So können Werbetreibende relativ schnell und einfach einen bestehenden Kundenstamm skalieren ohne zu große Streuverluste zu befürchten.

Eine Lookalike-Audience kann dabei aus jeder möglichen Custom-Audience erstellt werden, es muss ausschließlich die Mindestgröße der Custom-Audience erreicht werden. Grundsätzlich gilt, je mehr Datenpunkte übertragen werden können, desto genauer kann die Zwillingszielgruppe erreicht werden.

Der eindeutige Vorteil einer Lookalike-Audience liegt in der Skalierbarkeit bereits bestehender Zielgruppen. Die Voraussetzung für die Nutzung einer Lookalike-Audience liegt in der Verfügbarkeit bestehender Custom-Audiences.

Wie erreiche ich meine Zielgruppe auf Facebook?

Nachdem wir uns nun die unterschiedlichen Zielgruppen etwas näher angeschaut haben, werde ich anhand zweier Beispiele demonstrieren, wie auch Du Deine Zielgruppe auf Facebook ansprechen kannst. Grundsätzlich gilt, Produkte die etwas nischig sind, führen über Facebook-Anzeigen häufiger zum Erfolg, als Standard-Marken-Artikel.

  1. Beispiel: Der fiktive Angelshop grossefische24.de möchte mittels Facebook-Anzeigen einer relevanten Zielgruppe das neue Produktsortiment vorstellen

Wenn der Angelshop grossefische24.de bereits über  Besucher und Käufer auf seinem Online-Shop verfügt, dann wäre meine erste Empfehlung die Implementierung des Facebook-Pixels. Durch die Nutzung des Facebook-Pixels könnten wir eine Website-Custom-Audience erstellen und diese Personen mittels Facebook-Retargeting-Anzeigen erneut ansprechen. Wenn die Pixel-Daten ausreichend sein sollten, könnte daraufhin auch umgehend eine Lookalike-Audience erstellt werden.

Ebenfalls sollten wir uns Gedanken bezüglich einer Core-Audience machen. Dafür gehen wir in die Zielgruppen-Insights, um passende Targeting-Optionen zu ermitteln.

Facebook TargetingIn der linken Sidebar der Zielgruppen-Insights können Interessen eingetragen werden. Ich trage hier zuerst das Interesse “Angeln” für den Standort Deutschland ein, um einen Überblick zur Zielgruppengröße und deren Eigenschaften zu bekommen.

Folgende Infos erhalte ich zum Interesse “Angeln”:

  • Größe der Zielgruppe: 350.000 – 400.000

Demografische Angaben:

  • 89% Männer
  • 11% Frauen

Altersstruktur Männer:

  • 35% 25 – 34 Jahre
  • 25% 35 – 44 Jahre
  • 16% 45 – 54 Jahre
  • 14% 18 – 24 Jahre
  • 8% 55 – 64 Jahre
  • 3% 65+ Jahre

Altersstruktur Frauen:

  • 30% 25 – 34 Jahre
  • 25% 35 – 44 Jahre
  • 18% 45 – 54 Jahre
  • 13% 18 – 24 Jahre
  • 11% 55 – 64 Jahre
  • 4% 65+ Jahre

Neben den demografischen Merkmalen interessieren mich ebenfalls weitere  Facebook-Seiten, die im Zusammenhang mit Angeln häufig “geliked” wurden. Da das Interesse “Angeln” sehr generisch ist, möchte ich spezifische Interessen ermitteln, um die anzusprechende Zielgruppe noch genauer zu unterteilen:

Bei der Recherche erhielt ich die folgenden weiteren interessanten Seiten:

  • AlleAngeln.de (Mobil-App: ca. 15.000 Personen)
  • Angel-Berger (Online-Shop: ca. 19.000 Personen)
  • Dicht am Fisch (Blog zum Thema Angeln: ca. 28.000 Personen)
  • Twelve ft. Carfishingmagazin (Angel-Blog ca. 17.000 Personen)
  • Lieblingsköder (Online-Shop: ca. 39.000 Personen)

etc.

Nun haben wir eine Liste an möglichen Targeting-Optionen, für die wir nun überprüfen müssen, ob diese auch verfügbar sind.

In meinem Beispiel war leider keine Targeting-Option verfügbar, sodass wir schlussendlich auf das Interesse “Angeln” zurückgreifen müssen und dieses als detaillierte Targeting-Option auswählen müssen.

  1. Beispiel: Ein Amazon-Händler von Pferdebürsten möchte die Verkaufszahlen durch Facebook-Werbung steigern

Da der Amazon-Händler über keinen eigenen Online-Shop verfügt, besteht aktuell noch keine Möglichkeit der Erstellung von Website-Custom-Audiences. Aus diesem Grund beschränken wir uns in diesem Beispiel ausschließlich auf das Core-Audience-Targeting.

Unsere erste Anlaufstelle sind erneut die Zielgruppen-Insights. Hier füge ich als Interesse das Schlagwort “Reiten” ein, da “Pferde” zu generisch ist und Personen anspricht, die keine Pferde haben.

Folgende Infos erhalte ich zum Interesse “Reiten”:

  • Größe der Zielgruppe: 1.500.000 – 2.000.000

Demografische Angaben:

  • 35% Männer
  • 65% Frauen

Altersstruktur Männer:

  • 33% 25 – 34 Jahre
  • 20% 35 – 44 Jahre
  • 15% 45 – 54 Jahre
  • 23% 18 – 24 Jahre
  • 7% 55 – 64 Jahre
  • 3% 65+ Jahre

Altersstruktur Frauen:

  • 30% 25 – 34 Jahre
  • 20% 35 – 44 Jahre
  • 15% 45 – 54 Jahre
  • 27% 18 – 24 Jahre
  • 6% 55 – 64 Jahre
  • 2% 65+ Jahre

Bei der Auswertung der “Gefällt mir” Angaben, stieß ich auf folgende relevante Seiten:

  • Ingrid Klimke
  • EQUITANA
  • Krämer Pferdesport .
  • Pferdesporthaus Loedau
  • RidersDeal
  • Stallburschen

Als nächstes überprüfen wir, ob die Targeting-Optionen auch im detaillierten Targeting verfügbar sind. Von den 6 ermittelten Targeting-Optionen sind in der Tat 4 für die Bewerbung verfügbar.

So erstelle ich als nächstes drei verschiedene Anzeigengruppen, um die Interessen zu unterteilen und später auswerten zu können:

  1. Anzeigengruppe (EQUITANA)  Zielgruppengröße: 140.000 Personen
  2. Anzeigengruppe (Ingrid Klimke)  Zielgruppengröße: 110.000
  3. Anzeigengruppe (Krämer Pferdesport & Pferdesporthaus Loedau) Zielgruppengröße: 210.000

Nun haben wir drei verschiedene Zielgruppen, die insgesamt 460.000 Personen ausmachen.

Hinweis: Es gibt keine klaren Regeln, ab wann eine Seite über das detaillierte Targeting ausgewählt werden kann. Daher sollte vorab recherchiert werden, welche Blogs, Veranstaltungen und Persönlichkeiten. in der jeweiligen Kategorie (Reiten, Angeln etc.) bekannt sind.

Fazit – Facebook Zielgruppen:

Wie im Beitrag dargestellt gibt es die unterschiedlichen Targeting-Optionen Core-Audience, Custom-Audience sowie Lookalike Audience. Jede Targeting-Option hat seine Vor- und Nachteile. In der Regel gilt jedoch, dass sich der Aufbau von Custom-Audiences für jeden Werbetreibenden durch erhöhte ROAS-Werte auszahlen wird.