Immer wieder werde ich von Unternehmen gefragt, ob ich bei deren Webseiten für die Suchmaschinen optimieren kann. Dabei ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass es fast immer dieselben Maßnahmen sind, die getroffen werden müssen. Im folgenden Beitrag stelle ich daher die häufigsten Optimierungsmöglichkeiten vor.

1. Keine klare Keyword-Fokussierung

Ein Punkt, der mich immer wieder überrascht ist, dass es keine klare Keyword-Strategie gibt. Es werden vielmehr Landigpages erstellt, ohne sich zu überlegen, ob der angegebene Inhalt überhaupt gesucht wird und wenn er gesucht wird, wie oft die Suchanfragen im Monat ausgelöst wird. Selbstverständlich gibt es Unterseiten, wie die FAQ & Kontakt-Seite., welche für die User Experience erstellt werden und nicht primär für die Suchmaschinen. Aber spätestens, wenn es darum geht, welche Inhalte im eigenen Blog beschrieben werden oder auch wie die Kategorie-Seiten aufgebaut werden, benötigt es einer klaren Keyword-Strategie. Dabei sollten die Keywords nach den monatlichen Suchvolumen, der Konkurrenz sowie der Suchintention analysiert werden. Bei Produktkategorie-Seiten liegt der Fokus auf transaktionsorientierte Keywords (z.B.“iPhone 7 Vodafone Vertrag). Dagegen eigenen sich Blog-Beiträge bestens, um informationsorientierte Suchanfragen (z.B.“ Wie kann man sein Vodafone-Vertrag kündigen?“) zu beantworten. Daher sollte bei der Erstellung jeder neuen Unterseite der Fokus auf ein spezielles Thema gelegt werden, um mit der jeweiligen Seite ranken zu können.

2. Lange Ladezeiten

Ein weiterer oft vernachlässigter und für mich nicht nachzuvollziehender Punkt, ist die Ladezeit der Webseite. Obwohl jeder Webseitenbetreiber die Wichtigkeit von kurzen Ladezeiten kennt, wird in den meisten Fällen, die Ladezeit einer Webseite aus den Augen gelassen. So optimiere ich immer wieder Webseiten mit Ladezeiten von >5 Sekunden und einer Webseitengröße von > 6 MB. In einigen Fällen beträgt die Webseitengröße sogar > 20MB. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo der Anteil des Mobil-Traffics mehr als 50% beträgt, sind lange Ladezeiten bei Pure-Online-Player nicht nachvollziehbar. In den meisten Fällen reicht es schon aus, die vorhandenen Bilder zu komprimieren und nachgelagert zu laden. Wie ich die Ladezeit meiner Webseite auf unter eine Sekunde optimiert habe, findest du hier.

3. Fehlendes SSL-Zertifikat

SSL-Zertifikate dienen dazu die Kommunikation von Daten, die zwischen Endgerät und Server ausgetauscht werden, zu verschlüsseln. 2014 gab Google bereits bekannt, dass SSL unterstütze Webseiten einen Rankingvorteil gegenüber Webseiten haben, die keinen SSL-Zertifikat nutzen. Ein SSL-Zertifikat hat aber nicht nur einen positiven Effekt auf das Google-Ranking, auch als Trust-Symbol für Kunden & User ist die Bedeutung nicht zu unterschätzt. Gerade wenn es darum geht eine neue Webseite zu erstellen, sollte ein SSL-Zertifikat von Beginn an mit implementiert werden.

4. 404-Fehler

Bei einem 404-Fehler handelt es sich um einen Statuscode, der mitteilt, dass die angeforderte Seite oder eine Datei (Bild, PDF etc.) nicht erreichbar ist. Es gibt zahlreiche Gründe, wieso 404-Fehler auftreten. Bei Online-Shops gibt es oft Sonderangebote, welche zeitlich Limitiert sind. Nachdem das Angebot abläuft, wird oftmals auch die Seite entfernt, so dass ein 404-Fehler entsteht. In den meisten Fällen entstehen 404-Fehler, wenn Verlinkungen nach einem URL-Design nicht angepasst werden. Nicht nur Google mag keine 404-Fehler, sondern auch die Besucher einer Webseite, aus diesem Grund sollten sämtliche 404-Fehler behoben werden.

5. Title Tag & Meta Beschreibung nicht optimiert 

Bevor ein Besucher über die organischen Suchergebnisse auf einer Webseite landet, werden Title-Tags sowie Meta-Beschreibungen ausgespielt. Die Meta-Beschreibung sowie der Title-Tag dienen dabei den Suchenden vom jeweiligen Webseiteninhalt zu informieren und zu überzeugen auf das Suchergebnis zu klicken. Obwohl jeder im Internet sucht und die Snippets in den Suchergebnissen kennt, verpassen eine Vielzahl an Webmastern die Chance ihre eigenen Meta-Beschreibungen und Title Tags ansehnlich und informativ zu gestalten. Optimierte Title Tags und Meta Beschreibungen sind Hygienefaktoren, welche erfüllt werden müssen, bevor man sich über andere Optimierungsmöglichkeiten Gedanken macht.

6. Fehlende ALT-Attribute bei Bilder

Rein textbasierte Webseiten sind heutzutage nicht mehr vorhanden. Webseiten beinhalten heutzutage Bilder, Videos und andere Inhalte. Diese Inhalte müssen bei der Suchmaschinenoptimierung selbstverständlich ebenfalls berücksichtigt werden. Gerade in Online-Shops kommt es zu einer überproportionalen Verwendung von Bildern. Damit Suchmaschinen den Inhalt von Bildern erkennen, sollten ALT-Attribute verwendet werden. Mit ALT-Attributen erklären Webseitenbetreiber den Suchmaschinen den Inhalt der Bilder. Vielen Webseitenbetreiber ist dies nicht bewusst, so dass ALT-Attribute in der Regel nicht ausgefüllt werden und so eine Menge an Optimierungsspielraum liegen gelassen werden.

Bei den angesprochenen 6 Punkten handelt es sich um meine persönlichen Beobachtungen. Wenn Webseitenbetreiber diese Optimierungsmöglichkeiten befolgen, sind sie bereits ohne professionellen-SEO-Experten besser aufgestellt als die meisten ihrer Konkurrenten.

Bewerte diesen Beitrag