In der Vergangenheit habe ich bereits mehrere Blog-Beiträge zum Thema Amazon-Listing-Optimierung verfasst, u. a. Amazon-Listing Optimierung, Amazon SEO oder auch den Beitrag Amazon Listings für mobile Endgeräte optimieren. Im heutigen Post stelle ich dir Möglichkeiten vor, wie du dein Amazon-Listing für die Google-Suche optimieren kannst. Wie wir alle wissen, ist Amazon die primäre Suchmaschine, wenn es um produktspezifische Suchanfragen geht. So beginnen heutzutage 56 % der Online-Shopper ihren Kaufprozess auf Amazon. Aber auch Google ist immer noch eine der primären Anlaufstellen, wenn es um die Suche nach Produkten geht.

Es gibt zahlreiche Beiträge, die die herkömmliche Suchmaschinenoptimierung beleuchten, jedoch noch keinen, der die Besonderheiten der Amazon-Listings mit einbezieht. Hier erfährst du daher, welche Maßnahmen du ergreifen kannst, damit dein Amazon-Listing auch in der Google-Suche möglichst weit oben angezeigt wird.

First things first: Die Indexierung sichern

Bevor wir uns an die Optimierung des Listings machen, müssen wir sicherstellen, dass die Produktdetailseite dieses Listings auch bei Google indexiert wird. Um dies zu überprüfen, kopieren wir die URL des Produkt-Listings ohne die Keyword-Parameter und fügen die URL mit dem Zusatz “site:” in die Google-Suchbar ein.

Siehe folgendes Beispiel:

URL ohne Keyword-Parameter: www.amazon.de/HOLZRICHTER-Berlin-Visitenkartenetui-Handgefertigtes-Visitenkarten/dp/B01N25POX4

URL-Eingabe bei Google:

site:www.amazon.de/HOLZRICHTER-Berlin-Visitenkartenetui-Handgefertigtes-Visitenkarten/dp/B01N25POX4

Wenn uns ein Ergebnis angezeigt wird, dann ist dies der Beweis dafür, dass Google die Produktdetailseite bereits indexiert hat.

Wichtig!

Wenn du ein Amazon-Listing, das Varianten enthält, optimieren möchtest, musst du anstelle der Child-ASIN in der URL die Parent-ASIN eintragen. Dies liegt daran, dass von Google ausschließlich die Parent-URL indexiert wird.

Wenn du zu dem Ergebnis kommen solltest, dass die Produktdetailseite noch nicht indexiert ist, solltest du dafür sorgen, dass externe Seiten auf die Produktdetailseite verlinken (Backlinks). Dabei sollte es sich nicht um Affiliate-Links handeln, noch sollten die Links UTM-Parameter enthalten. Durch das Setzen von Backlinks auf einer Seite, die im Google-Index enthalten ist, bewegen wir den Google Crawler dazu, die Produktdetailseite aufzurufen.

Google Keyword Density vs. Amazon Keyword Density

Die Häufigkeit eines Keywords (Keyword Density) auf einer Seite hat in den letzten Jahren für die Google-Optimierung an Bedeutung verloren. Nichtsdestotrotz hat die natürliche Wiederholung von Keywords auf der Seite (Überschrift, Titel, Alt-Attribute) einen direkten Einfluss auf die organische Position in den Suchergebnisseiten. Eine zu häufige Nutzung von Keywords kann aber dazu führen, dass die jeweilige Unterseite aus dem Google-Index verschwindet. In der Regel gilt, dass die Keyword Density einen Wert von 3,5 % nicht übersteigen sollte.

Bei der Optimierung für die Amazon-Suche hingegen hat die Keyword Density keinen direkten Einfluss auf das organische Ranking. Enthält das Produkt-Listing mindestens einmal das angesprochene Keyword, so gilt es für Amazon als relevantes Ergebnis und wird daher in den keywordspezifischen Index einbezogen. Die vermehrte Nutzung eines Keywords führt also nicht zu einer Verbesserung im Ranking.

Keyword-Recherche:

Nicht nur beim Suchvolumen gibt es Unterschiede zwischen Google und Amazon, sondern auch bei der Art der getätigten Suchen. Bei Amazon werden hauptsächlich produktspezifische Suchanfragen getätigt, bei Google hingegen finden auch informationsbasierte Suchen (Fragen etc.) statt.

Bei der Suchmaschinenoptimierung unterscheiden wir zwischen
Transaktionsorientierten Suchanfragen (insbesondere auf Amazon)
Informationsorientierten Suchanfragen (insbesondere auf Google)
Navigationsorientierten Suchanfragen (insbesondere auf Google)

Das unterschiedliche Suchverhalten auf Amazon und Google zwingt uns dazu, neben einer Keyword-Recherche für das Suchverhalten auf Amazon auch eine Keyword-bezogene Recherche zu den häufigsten Suchanfragen auf Google zu tätigen.
Schauen wir uns diesbezüglich die unterschiedlichen Auto-Suggests (vorgeschlagene Vervollständigungen) von Amazon und Google für die Suchanfrage “Schwarzkümmelöl” an.

Google-Auto-Suggests:

Google AutosuggestAmazon-Auto-Suggests:

Amazon Autosuggest

Wie wir sehen können, beinhalten die 10 beliebtesten Suchanfragen auf Amazon zum Thema “Schwarzkümmelöl” dreimal den Zusatz “Hund”.

Ein weiterer interessanter Unterschied sind die Suchanfragen “Schwarzkümmelöl Wirkung”, “Schwarzkümmelöl Haut” und “Schwarzkümmelöl Allergie”, die mit Google getätigt werden. Bei diesen Suchen handelt es sich um die vorher erwähnten informationsorientierten Anfragen. Die Personen suchen hier offenbar nach weitergehenden Informationen, bevor sie möglicherweise eine Kaufentscheidung fällen.

Des Weiteren sehen wir bei den Google-Ergebnissen, dass auch nach anderen Online-Shops wie DM und Rossmann aktiv gesucht wird. Bei diesen Suchanfragen handelt es sich um navigationsorientierte Suchen, die bei der Suchmaschinenoptimierung in der Regel unbeachtet bleiben.

Damit ein Produkt-Listing auch für die Google-Suche optimiert wird, ist eine vorangehende Google-spezifische Keyword-Recherche unabdingbar. Dabei sollten auf keinen Fall die W-Fragen vernachlässigt werden, die mit folgendem Tool ermittelt werden können.

Produkt-Titel / H1

Der Amazon-Produkt-Titel ist gleichzeitig der Seiten-Titel und die H1-Überschrift. Sowohl für Amazon als auch für Google spielt der Produkt-Titel bei der Bestimmung der organischen Platzierung eine entscheidende Rolle. Teilweise sind die Optimierungsgrundsätze hier unterschiedlich. Die Richtlinien dafür, wie ein Produkt-Titel bei Amazon zu strukturieren ist, werden von Amazon penibel vorgeschrieben.

Für die Google-Optimierung sollten die Hauptkeywords so nah wie möglich an den Anfang des Titels gestellt werden.

Produktbeschreibung / Enhanced Brand Content

Die Produktbeschreibung wie auch der EBC-Inhalt von Produkten auf Amazon spielen für Amazon SEO eine untergeordnete Rolle, da Keywords in dieser Platzierung nur unregelmäßig indexiert werden. Für die Google-Optimierung hingegen sind sowohl die Produktbeschreibung als auch der EBC-Inhalt von höchster Bedeutung. Eine fehlende oder nicht optimierte Produktbeschreibung führt dazu, dass das Produkt bei Google dann auch nicht optimal gefunden werden kann.

Produktbeschreibung und EBC-Inhalt eignen sich bestens sowohl für die Platzierung von Longtail-Keywords als auch die Unterbringung von “W-Fragen”, z. B.,
“Was bewirkt Schwarzkümmelöl bei Hunden?”. So lässt sich gewährleisten, dass trotz beschränken Textinhalten möglichst viele Suchanfragen, die in der Keyword-Recherche ermittelt, auch abgedeckt werden.

Rich Snippets / Produktbewertungen

Bei Rich Snippets handelt es sich um erweiterte Informationen zu den standardisierten Meta-Daten (Meta-Beschreibung & Seiten-Titel), die in den Suchergebnisseiten bei Google ausgespielt werden. Für den Online-Handel sind insbesondere die Sternebewertungen, die oberhalb der Meta-Beschreibung dargestellt werden, von entscheidender Bedeutung.

Durch die Einbindung von Rich Snippets kommt es zur einer Steigerung der Klickrate des jeweiligen Suchergebnisses. So gelangt man auch ohne Verbesserung des organischen Rankings zu einem Anstieg bei den Traffic-Zahlen.

Die Sternebewertung von Amazon-Listings gibt die durchschnittliche Kundenbewertung eines Produktes auf Amazon wider. Aus diesem Grund ist die Pflege und Optimierung der Kundenbewertungen nicht nur im Hinblick auf Amazon selbst, sondern auch für die Google-Optimierung von höchster Relevanz.

Backlinks

Auch im Jahr 2019 spielen Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung bei Google eine entscheidende Rolle. Obwohl die Domain-Authority von Amazon aktuell 94 beträgt und Amazon eigentlich keine Backlink-Akquise betreiben muss, kann durch die systematische Erstellung von Backlinks auf die indexierte Produkt-URL das Google-Ranking nochmals verbessert werden. Neben der Verbesserung des Google-Rankings durch die Backlink-Akquise kann durch den so erzielten Traffic- und Verkaufsanstieg auch das Amazon-Ranking gesteigert werden.

Interne Verlinkungen

Die interne Verlinkung ist eine Maßnahme bei der Suchmaschinenoptimierung, die oftmals vernachlässigt wird, was jedoch nicht bedeutet, dass der Aufbau von internen Verlinkungen das Ranking nicht verbessert. Auch für die Google-Optimierung der Produkt-Listings sind interne Verlinkungen eine Maßnahme, die umgesetzt werden sollte.

Interne Verlinkungen auf Amazon können durch die Nutzung von Produkt-Vergleichstabellen im Enhanced Brand Content (EBC) erstellt werden.

In den Produkt-Vergleichstabellen lassen sich die ASINs der Produkte eintragen, die dann zur einer Verlinkung des jeweiligen Produktes führen.

Eine weitere Möglichkeit der Nutzung von internen Verlinkungen auf Amazon ist die Verlinkung der Produkte aus dem erstellten Brand-Store.

Hinweis: Sowohl der EBC als auch der Brand-Store stehen nur Markeninhabern zur Verfügung.

Fazit – Amazon-Listing für die Google-Suche optimieren

Leider haben wir als Amazon-Verkäufer nur beschränkte Möglichkeiten, um Informationen auf der Produktseite anzupassen. So können wir u. a. keine Bilddateien benennen oder eigene ALT-Attribute hinzufügen. Es ist ebenfalls nicht möglich, einzigartige Meta-Beschreibungen zu erstellen. Dies sollte aber keinen Amazon-Verkäufer davon abhalten, die eigenen Produkte auch für die Google-Suche zu optimieren. Bevor jedoch mit der Optimierung begonnen wird, sollte eine separate Google-Keyword-Recherche durchgeführt werden, um den Inhalt der Suchintention anzupassen.

Amazon-Listings für Google optimieren
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