Tracking-Methoden im Affiliate-Marketing

Nachdem ich im ersten Beitrag das Affiliate-Marketing und seine Entstehungsgeschichte vorgestellt habe, dreht sich heute alles um die unterschiedlichen Tracking-Methoden im Affiliaten-Marketing. Ebenfalls werde ich die Vor- & Nachteile der jeweiligen Tracking-Methoden erläutern.

Die erfolgsabhängige Abrechnung ist der Grundgedanke des Affiliate-Marketings, um diese Performance-basierte-Vergütung der Affiliates zu erreichen, gibt es einige technische Maßnahmen, sogenannte Trackingmethoden, um die reibungslose Zuordnung der Transaktionen zu messen. Im Folgenden werde ich die unterschiedlichen Trackingmethoden Cookie-Tracking, URL-Tracking, Session-Tracking, Pixel-Tracking und Datenbank-Tracking mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen.

URL Tracking

Beim URL Tracking wird ein Link, der spezielle Parameter bzw. IDs des Affiliates enthält als Wiedererkenungsmerkal verwendet. Wenn ein Webseitenbesucher die Webseite des Merchant aufruft, wird die ID des Affiliate-Partners übermittelt, dies führt zu einer klaren Identifikation der Besucherquelle. Die Partner-ID wird der URL des Webseitenbetreibers angehängt, beispielsweise so http://www.radbag.de/Partner-ID45624G24.

Vorteile des URL-Trackings:

Durch die Einmaligkeit der Partner-ID kann es nicht dazu kommen, dass Webseitenbesucher von anderen Seiten mit derselben Partner-ID auf die Webseite des Merchants gelangen. Ein weiterer Vorteil der URL-Tracking Methode liegt in der Durchgängigkeit des Trackingprozesses, so dass unabhängig von der Browsereinstellung des Webseitenbesuchers, die Sitzung getracked werden kann. Dies ist insbesondere Vorteilhaft, wenn der Webseitenbesucher den Browser im Inkognito-Modus nutzt und so grundsätzlich keine benutzerdefinierten Daten übertragen werden können.

Nachteile des URL-Trackings:

Jedoch hat das URL-Tracking auch gravierende Nachteile, weswegen es in der Praxis nur in wenigen Fällen zum Einsatz kommt. Der große Nachteil am URL-Tracking liegt daran, dass der Affiliate nur dann vergütet wird, wenn der Webseitenbesucher direkt nach der Weiterleitung auf die Webseite der Merchants eine erfolgreiche Handlung vornimmt, die auch vergütet wird (Kauf, Newsletter abonnieren, App Donwload). Dies hat zur Folge, dass wenn der Kunde zu einem späteren Zeitpunkt diese Handlung vornimmt, der Affiliate Partner keine Provision erhält. Insbesondere in Zeiten des Mobilen-Internets ist ein kanalübergreifendes Tracking unverzichtbar. Das URL-Tracking kann diesen Anspruch nicht genügen und wird daher von den großen Affiliate Netzwerken nur noch in Kombination mit anderen Tracking-Methoden eingesetzt.

Cookie Tracking

Das Cookie-Tracking gehört zu den meist genutzten Tracking-Methoden im Affiliate Marketing. Cookies sind kleine Dateien, die von verschiedenen Webanwendungen beim Aufrufen einer Webseite oder auch einer Mobile App auf dem jeweiligen Endgerät des Webseitenbesuchers gespeichert werden.  Durch das Speichern von Cookies in den Web-Browsern, werden Informationen über den Internet-User gespeichert, diese Informationen dienen zur Erkennung von Internet-User. Dank der Speicherung der Userinformationen können u.a. wiederkehrende Webseitenbesucher erkannt werden. Die Cookies können entweder permanent gespeichert werden oder nur für einen speziellen Zeitraum.

Vorteile Cookie-Tracking:

Das Cookie-Tracking sorgt für eine klare Identifikation der Affiliates. Wenn ein Internetuser auf die Webseite des Affiliates gelangt wird anhand von Cookies die ID des Affiliates gespeichert, um diese an einem späteren Zeitpunkt auszulesen. Durch die Speicherung der Cookies können Transaktionen auch zu einem späteren Zeitpunkt dem Affiliate zugeordnet werden. Dies ist insbesondere relevant, da die meisten Transaktionen im Internet keine Spontankäufe, sondern Käufe von wiederkehrenden Webseitenbesuchern sind. Der Nachteil des URL-Trackings, dass ausschließlich Direktkäufe vergütet werden können, wird so durch da Cookie-Tracking ausgeglichen. Die Laufzeit des Cookie-Trackings ist vordefiniert. In den meisten Fällen beträgt diese zwischen 30-60 Tage. In einigen Ausnahmefällen ist auch dauerhafter Cookie denkbar, womit der Affiliate auch für Transaktionen in der weiten Zukunft vergütet wird.

Nachteile Cookie-Tracking:

Aber auch die Cookie-Tracking Methode hat einen gravierenden Nachteil. Jeder Internet-User hat die Möglichkeit die Cookies aus dem Browser zu löschen, was ein großer Nachteil des Cookie-Trackings darstellt. In jedem Internet-Browser ist das Löschen der Cookies als Einstellungsmöglichkeit verankert.

Der Internet-Browser Google Chrome bietet außerdem die Möglichkeit des Surfen im Inkognito-Modus an, wodurch es von Beginn an für Webseitenbetreibern nicht möglich ist, Cookies auf den Endgeräten der Internet-User zu speichern. Ein weiterer Nachteil liegt im nicht vorhandenen „Cross-Device-Tracking“, so dass derselbe Internetnutzer nicht über mehrere Endgeräte verfolgt werden kann.

Session Tracking

Beim Session Tracking (deutsch: Sitzungsverfolgung) wird jedem Internetuser eine einzigartige Session-ID zur Identifikation zugeordnet. Die Session ID speichert benutzerspezifische Informationen, wie die ID des Affiliate Partners und übergibt diese den jeweiligen Browser. Wenn der Internetuser nun auf ein Werbemittel des Affiliates klickt und zur Webseite des Merchant gelangt und dort eine vergütungsbasierte Leistung vornimmt, erhält der Affiliate die vereinbarte Provision, so lange die Session durch den Internetuser nicht unterbrochen wird. Denn spätestens, wenn der Internetuser durch das Schließen des Internets-Browser die Session beendet, kann dieser nicht mehr eindeutig identifiziert werden. Was ein gravierender Nachteil für den Affiliate bedeutet, da sogar bei einem Browserwechsel nicht mehr nachverfolgbar ist, woher der User stammt. Der Vorteil des Session-Tracking ist, dass diese Methode auch ohne die Speicherung von Cookies funktioniert.

Datenbank Tracking

Das Datenbank Tracking gehört zu den neueren Tracking-Methoden im Affiliate Marketing. Beim Datenbank Tracking wird die Partner-ID entweder aus der URL oder aus dem Cookie zusammen mit der jeweiligen Kunden-ID gespeichert, so dass nicht nur einzelne Transaktionen, sondern auch Folgetransaktionen zugeordnet werden können. Durch diese Methode wird dem Affiliate auch bei zukünftigen Transaktionen eine Provision ausgezahlt. Die Berücksichtigung von Folgetransaktionen ist insbesondere bei Lifetime-Provisionen eine gängige Methode, da dies durch das Speichern der Kundendaten inklusive der Partner-ID eine bessere Identifizierung möglich ist. Der schwerwiegendste Nachteil dieser Methode liegt in der Ungleichbehandlung von Affiliates, denn neue und aktive Affiliate-Partner werden für die Übermittlung von Kunden nicht belohnt, wenn der jeweilige Kunde bereits über einen anderen Affiliate mit dessen Partner-ID in der Datenbank erfasst wurde.

Tracking-Methoden-Affiliate-Marketing

Pixel-Tracking

Die Methode des Pixel-Tracking wir in der Regel von Affiliate-Netzwerken betrieben, da neben den Merchant auch der Affiliate-Netzwerkbetreiber durch die Erfolgsmessung, wie z.B. einer Conversion benachrichtigt werden müssen. Das Tracking-Pixel ist ein 1×1 Pixel großes Bild im GIF-Format, welches in einem HTML-Code , normalerweise auf der Danke-Seite eines Online-Shops implementiert wird, um so den Netzwerkbetreiber bei einer erfolgreichen Conversion zu benachrichtigen. Das Tracking-Pixel sendet dann die notwendigen Informationen, wie Gesamtumsatz und prozentuale Provision an den Netzwerkbetreiber. Eine weitere Besonderheit mein Pixel-Tracking ist, dass der Link des Affiliates nicht direkt auf die Webseite des Merchant leitet, sondern zuerst über den Webserver des Affiliate-Netzwerkbetreibers. Bei dieser Weiterleitung über den Webserver des Affiliate-Netzwerk wird dann der jeweilige Cookie gesetzt, der bei einer erfolgreichen Conversion später wieder ausgelesen wird.

Vorteile & Nachteile Pixel-Tracking:

Der eindeutige Vorteil dieser Methode liegt in der einfachen Umsetzung für den Merchant, der nur einen HTML-Code auf der Erfolgsseite implementieren muss. Ein weiterer Vorteil liegt in der Sicherheit des Affiliates, dass keine Bestellungen von Seiten des Merchant unterschlagen werden, denn bei erfolgreicher Bestellung erhält ebenfalls das Affiliate-Netzwerke als neutrale dritte Instanz eine Erfolgsbenachrichtigung.

Der einzige Nachteil liegt daran, dass das Tracking nicht funktioniert, wenn der Webseitenbesucher die Anzeigefunktion von Bildern in seinem Internetbrowser deaktiviert hat.

Fingerprint Tracking

Eine relative neue Tracking-Methode ist das sogenannte Fingerprint-Tracking. Bei dieser Tracking Methode wird eine digitale Signatur des Endegerätes erstellt, welche spezielle Informationen über das jeweilige Endgerät enthält. Die digitale Signatur enthält u.a. Informationen zur Browser-Version, zum Betriebssystem, zur Sprache, und zu den verwendetet Add-Ons. Auf Basis dieser Informationen wird eine einzigartige Signatur für jeden User erstellt. Die Identifizierung auf Basis dieses einzigartigen Fingerabdruckes wird als Fingerprint Tracking bezeichnet.

Das Fingerprinting kann jedoch nur dann fehlerlos funktionieren, wenn der User im selben Browser sowie am selben Endgerät die jeweilige provisionsbasierte Transaktion auslöst. Der Vorteil der Fingerprint Methode, besteht darin das keine sensiblen Daten über den Internetuser gesammelt werden. Außerdem ist es möglich den User in unterschiedlichen Sitzungen wiederzuerkennen, solange er dasselbe Endgerät und den selber Internetbrowser verwendet. Darin liegt auch einer der Nachteile der Fingerprint Methode, denn wie bei den allermeisten Tracking-Methoden ist ein geräteübergreifendes Tracking bzw. Cross-Device-Tracking nicht möglich.

Postview Tracking

Das PostView-Tracking wurde in Deutschland erstmals 2008 eingeführt und gehört daher zu den neueren Tracking-Methoden im Affiliate Marketing. Seit dem Beginn des Postview-Trackings wird es wegen der leichten Manipulierbarkeit kontrovers diskutiert. Beim PostView-Tracking gilt bereits ein Sichtkontakt eines Webseitenbesuchers mit einem Werbemittel des Merchant als tracking-relevant. Dies bedeutet, dass erfolgsvergütete Maßnahmen, wie Sales oder Leads, bereits vergütet werden, wenn ein Werbemittel eingeblendet wird, ohne das ein Klick auf das Werbemittel zwingend notwendig ist.

Problematisch beim PostView Tracking ist insbesondere die Messbarkeit der Wahrnehmung von Werbemittel, da Webseitenbesucher auch ohne Wahrnehmung des spezifischen Werbemittels, auf der Webseite des Merchant eine erfolgsvergütete Aktivität vornehmen können. Dies führte dazu, dass einige Affiliates eine Vielzahl an kleinen Werbemittel auf der eigenen Webseite platziert hatten, um so möglichst viele Cookies von unterschiedlichen Merchant zu platzieren. So wurden die Affiliates entlohnt, obwohl sie keinen nennenswerten Beitrag leisteten, um eine gewünschte Aktivität zu bewerben. Wegen dem Missbrauchspotential, haben viele Merchant das PostView-Tracking als Tracking-Maßnahme verboten oder deren Freischaltung nur an Branchen-Bekannte Affiliates erlaubt.

Flash Cookie Tracking

Das Flash Cookie Tracking stellt eine alternative Methode zum gewöhnlichen Cookie Tracking da. Beim herkömmlichen Cookie Tracking werden im Browser des Webseitenbesuchers, die Cookies gesetzt und gespeichert. Beim sogenannten Flash Cookie Tracking werden die Cookies nicht im Browser, sondern im Adobe Flash Player gespeichert. Dies setzt jedoch voraus, dass der Webseitenbesucher den Adobe Flash Player auf seinem Endgerät vorinstalliert hat, was ein schwerwiegender Nachteil des Flash Cookie Trackings ist. Deshalb dient das Flash Cookie Tracking in der Regel als Ergänzung zum herkömmlichen Browser Cookie. Aufgrund der Speicherung im Adobe Flash Player, können die Cookies nicht durch die Cookie Löschung im Browser entfernt werden, so dass der User beim Wiederkehren der Webseite , trotzt Löschung der Cookies, wiedererkannt werden kann. Ein weiterer Vorteil von Flash Cookies ist das browserübergreifende Tracking der Useraktivitäten, somit können alle Aktivitäten, die über die Browser des Endgerätes nachverfolgt werden.

Im dritten Teil der Affiliate-Marketing Reihe werde ich auf die unterschiedlichen Provisionsmodelle zu sprechen kommen!